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10.12.2019

Neues aus der Kultur

Pressestimme


Der Sozialkritische Aspekt bleibt auf der Strecke

Neue Version der Dreigroschenoper im Bürgerhaus

Freitag, 15. Nov. 2019 - 16:20 Uhr, IVZ-Aktuell
von Reinhard Bamming

Dominique Horwitz und seine siebenköpfige „Devil-Band" waren angetreten, „Die Dreigroschenoper“ neu zu erfinden. Sie spielen musikalisch mit dem 20. Jahrhundert, um das Publikum ins 21. zu begleiten.



Foto: Reinhard Bamming

Im Vordergrund stand Dominique Horwitz. Aber die „Devil-Band“ war teuflisch gut. Sieben ausgesprochene Könner verbreiteten einen Sound durch viele Genres, der das Publikum begeisterte.

IBBENBÜREN. Zu ausgesuchten Vorstellungen bietet Sunhild Salaschek Einführungen an. Am Freitag schien das Informationsbedürfnis groß zu sein, so dass die Stühle knapp wurden. Salaschek startete mit der Frage: Was hat Sie zum Besuch der Vorstellung bewogen: Die Erwartung auf viel Musik, der Auftritt von Dominique Horwitz oder die Ankündigung: Dreigroschenoper? Obwohl als Entscheidungsfrage gedacht, ergab sich ein sehr gemischtes Bild, wobei doch auch Mehrfachnennungen dabei waren. Nun – die Musikfreunde kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Die „Devil-Band“ war teuflisch gut, wie der Name schon sagt. Sieben ausgesprochene Könner verbreiteten einen Sound durch viele Genres, der das Publikum begeisterte. Die Band war bühnentechnisch immer eher im Hintergrund, aber eben nicht zu überhören.

Im Vordergrund stand Dominique Horwitz. Das Multitalent hat als Sänger zar keine unverwechselbare Stimme, aber er bewies sich als hervorragender Moritaten-Interpret. Mit fester Stimme brachte er immer wieder Dramatik in seinen Vortrag, er interpretierte die bekannten und auch manchmal nicht so bekannten Songs sehr schwungvoll, weil er sich von seiner Band immer sicher begleitet wusste.

So gesehen konnte man den Abend wirklich genießen. Die Fans der Dreigroschenoper hörten viele der bekannten Songs und kamen so auch auf ihre Kosten. Dominique Horwitz hatte eine Neufassung versprochen, die aber nicht ganz überzeugen konnte.

Als Kunstgriff hatte er das Ganze in die Silvesterfeier 2070/71 verlegt. Die Weltordnung hat sich zugunsten Chinas verändert, wobei der große Führer Xi Jinping mit über 130 Jahren immer noch lebt und 25 Millionen Deutsche froh sind über einen Job in Afrika. Eigentlich also genügend Stoff für einen sozialkritischen Ansatz, wie es auch in den bekannten Fassungen der Dreigroschenoper immer wieder angelegt ist. Aber eine solche Neufassung lebt von Transparenz und Nachhaltigkeit. Beides kam in der Aufführung zu kurz.

Warum nun der Song vom Menschen, der durch den Kopf lebt, oder vom Schiff mit acht Segeln an dieser Stelle und nicht woanders folgte, war nicht transparent. „Big Brother“ griff zum Telefon und rief während der Vorstellung an. Ein kluger Gag, der aber auch entlarvend war. Horwitz beruhigte seinen „Aufseher“ mit den Worten: „Hier ist alles unpolitisch – wir machen nur Musik.“

Genau – das, was ironisch gemeint war, stimmte: Der sozialkritische Aspekt der Dreigroschenoper blieb auf der Strecke. Besonders deutlich wurde das im Abspann. Die Zuschauer forderten noch „den Haifisch“. Horwitz zeigte sich vorbereitet, verteilte Texte mit der Moritat und forderte die Ibbenbürener zum Mitsingen auf.

Und so erklang dann vielstimmig der Song vom Haifisch, der Zähne hat, und Macheath, der ein Messer versteckt hält. Das wurde zum einen mit begeistertem Applaus belohnt, zum anderen aber auch kritisch gesehen, weil die „Neufassung“ damit letztlich nicht über die Interpretation bekannter Songs hinauskam.




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