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10.12.2019

Neues aus der Kultur

Pressestimme


Spiel um Macht und Menschlichkeit

Hildegard von Bingen im Bürgerhaus – Publikum dankt stehend für eine beeindruckende Vorstellung

Dienstag, 19. Nov. 2019 - 17:30 Uhr, IVZ Aktuell
von Reinhard Bamming

Es gab sicher eine Reihe von Besucherinnen und Besuchern, die der Kraft des Visionären eher skeptisch gegenüberstehen. Und doch konnten auch sie sich nicht der Faszination entziehen, die von dieser Theaterlust-Produktion ausging.



Foto: Reinhard Bamming

Ganz in Weiß und meistens im gleißenden Licht entwickelte Anja Klawun als Hildegard von Bingen in überragender und doch diskreter Spielweise die Biographie der großen Seherin. Ihr zur Seite stand die Stimme, mit der Cornelia Melián als zweite Hildegard atmosphärisch die mittelalterliche Zeit untermalend verdeutlichte. Die Übergänge zwischen den Hauptpersonen waren fließend und strahlten große Harmonie aus, obwohl das Leben der Hildegard von Bingen nicht nur von Harmonie, sondern auch von Brüchen gekennzeichnet war.

Dieses Auf und Ab des Lebens goss der Regisseur Thomas Luft in modernes Theater. Acht Elemente, jeweils einen Meter breit und drei Meter hoch und auf Rollen, bildeten die Kulisse in höchster Variabilität. Mal transparent, mal als Projektionswand schufen diese Elemente immer wieder neuen Raum, in dem sich das Leben entfalten konnte. Unterstützt wurde das von Videoprojektionen, die im Zusammenspiel der Elemente Spiel, Raum, Musik und Licht geradezu sinnlich die Kraft der Visionärin verdeutlichten.

Dabei war Hildegard von Bingen gleichzeitig einerseits die schwache Frau, die immer wieder von Krankheiten heimgesucht wurde, und andererseits die Galionsfigur des Glaubens, die sich auf Gott berufend den Ungerechtigkeiten der Zeit entgegenstemmte. So konnten sich die Themen und Fragestellungen entwickeln: Spricht Gott tatsächlich durch eine Frau? Darf sie Dinge durchsetzen, die der Lehre zu widersprechen scheinen? In epischer Breite und doch gezielt punktuell wird Hildegards Leben aufgezeichnet. Das schwächliche zehnte Kind frommer Eltern wird früh dem Leben für Gott geweiht, hat eine strenge Lehrerin und erfährt die Nähe Gottes durch Visionen. Sie löst sich von ihrem Kloster, um Neues aufzubauen mit einem eigenen Kloster. Was eigentlich eine Provokation darstellt, wird vom Volk und den Herrschenden als Werk Gottes anerkannt, akzeptiert und gefördert.

Sieben exzellente Schauspieler entwickeln in immer wieder wechselnden Rollen ein Spiel um Macht und Einfluss, aber auch um wahre Menschlichkeit. Hildegard wendet sich heilend den leidenden Menschen zu, tritt aber auch furchtlos vor Papst und Kaiser – um der Wahrheit willen. Berührend deutlich wird dabei, dass auch sie ein Mensch blieb, der Rat und Hilfe durch Menschen bedurfte.

Auch wenn gerade im zweiten Teil Längen spürbar waren, riss das Spiel um eine Frau, die etwas zu sagen hat, das Publikum zum Schluss von den Plätzen zum stehenden Dank für eine Aufführung, die man nur genießen konnte.




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